Mit der Nutzung von KI-basierter-NLP-Technologie (Natural Language Processing) können Krankenhäuser Patientendaten strukturieren, Behandlungsabläufe verbessern und die medizinische Versorgungsqualität nachhaltig steigern.

Es gibt wohl kaum eine Klinik, der nicht daran gelegen ist, sowohl ihre medizinische Versorgung als auch die Wirtschaftlichkeit stetig zu verbessern. Einen Baustein hierfür kann die KI-basierte semantische Analyse liefern. Sie erzeugt syntaktisch und semantisch interoperable Gesundheitsdaten, die Krankenhäuser nachhaltig dabei unterstützen können, ihr Erlöspotenzial zu steigern, Zeit und Kosten zu sparen und Therapieleitlinien zu optimieren. Im Ergebnis trägt dieser Fortschritt zu besseren Behandlungsergebnissen und produktiveren Abläufen bei. Wie das funktioniert, weiß Dr. Christian Jenke, Senior Healthcare Consultant bei DMI. Und er weiß auch, wie die Zukunft ohne KI-Unterstützung aussehen würde: „Ohne den Einsatz von KI müsste das Klinikpersonal einen hohen analogen und manuellen Aufwand betreiben, um zu annähernd ähnlichen Ergebnissen zu kommen. Dies würde in der ohnehin angespannten Personalsituation eine erhebliche Belastung darstellen.

Dr. Christian Jenke im Interview

KI-basierte semantische Analyse klingt spannend, aber was genau steckt dahinter?

Dr. Christian Jenke: Dabei handelt es sich um NLP-basiertes Machine Learning. Das bedeutet, dass aus medizinischen Freitexten strukturierte, syntaktisch und semantisch interoperable Daten erzeugt werden. DMI betreibt seit 2011 eine NLP-Pipeline. Mittels NLP-Services werden Dokumente mit der KDL klassifiziert und inhaltlich semantisch erschlossen. Das heißt, medizinische Sachverhalte werden mit SNOMED CT, ICD-10-GM, ORPHA, ATC, LOINC oder OPS klassifiziert

NLP-basiertes Machine Learning? Was ist das?
Jenke: NLP steht für Natural Language Processing, also die Verarbeitung natürlicher Sprache. Dabei werden Algorithmen und Modelle entwickelt, die menschliche Sprache nicht nur verstehen, sondern auch interpretieren. Ein gutes Beispiel hierfür sind Freitexte in Arztberichten oder Patientenakten. Diese werden analysiert und in strukturierte Daten umgewandelt. Dadurch werden sie syntaktisch und semantisch interoperabel und damit nutzbar.
Warum brauchen Kliniken das?
Jenke: Ganz einfach: Primär können Kliniken ihr Erlöspotenzial steigern, insbesondere bei Seltenen Erkrankungen nach ORPHA-Klassifikation. Ferner sparen sie Zeit und Kosten, was das Klinikpersonal entlastet und die Ressourcen optimiert. Und das Verfahren ermöglicht die Evaluation und Optimierung der Therapieleitlinien, was zu besseren Patientenergebnissen und geringeren Therapie- und Behandlungskosten führt. Insgesamt profitieren also sowohl die Kliniken als auch die Patienten nachhaltig.
Welchen Herausforderungen kann damit begegnet werden?
Jenke: Kliniken können ihre Prozesse und die Patientenbehandlung optimieren und diese Verbesserungen hausintern skalieren. Strukturierte und semantisch interoperable Gesundheitsdaten leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Hochleistungsmedizin. Zudem werden die gezielte, automatisierte und beschleunigte Recherche sowie die Patientendatenselektion für die medizinisch-wissenschaftliche Forschung erleichtert. Das steigert die Effizienz und verbessert die Qualität der medizinischen Versorgung.
Was wäre die Alternative, wenn keine KI zum Einsatz käme? Gäbe es überhaupt eine Möglichkeit?
Jenke: Ohne den Einsatz von KI müsste das Klinikpersonal einen hohen analogen und manuellen Aufwand betreiben. Dies würde in der ohnehin angespannten Personalsituation eine erhebliche Belastung darstellen. Die Dokumentationslast ist schon heute zu hoch, gleichzeitig steigt der Mangel an Fachkräften weiter. Zudem würden die klinikinternen Prozesse stark beansprucht werden. Die Abläufe wären also deutlich ineffizienter und ressourcenintensiver.
Das klingt in der Theorie schon einmal alles gut. Hat es sich denn auch schon in der Praxis bewährt?
Jenke: Ja, die semantische Analyse hat sich in der Praxis bewährt. Sie ist bereits bei Maximalversorgern in Deutschland als Software as a Service (SaaS) erfolgreich im Einsatz.  Die Ergebnisse der semantischen Analyse werden unter anderem genutzt, um Patient*innen mit Seltenen Erkrankungen zu identifizieren oder für klinische Studien zu selektieren, die Dokumentationsqualität zu überprüfen oder um die Ergebnisse in vorhandene Repositorien im Krankenhaus zu integrieren.
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Annett Müller
Geschäftsentwicklung, DMI

Dr. Christian Jenke
Senior Healthcare Consultant